PORTUGAL 2021 - REMOTE TIME

Mitte April entschied ich mich dazu, mich in den Flieger nach Portugal zu setzen um mein Home Office dorthin zu verlegen. Flug gebucht, PCR Test vorher gemacht, Passenger Locator Card ausgefüllt und los ging es. Der Weg zu dieser Entscheidung war nicht leicht für mich, weil in der aktuellen Zeit viele Gedanken durch meinen Kopf spukten. Kann ich das jetzt wirklich machen? Trotz Corona? Ich entschied mich für ja und hab es keine Minute bereut.


Diejenigen, die mir schon länger folgen, wissen, dass ich eine ziemliche Schwäche für Portugal habe. Ich hab schon des öfteren Bilder geteilt und Blogbeiträge dazu geschrieben. Daher liegt der Fokus von diesem Post darauf, wie es ist von dort remote zu arbeiten und welche Vor- und auch Nachteile das mit sich bringt. Darüber hinaus gibt es aber natürlich auch wieder ein paar Reiseimpressionen :)



Unterkünfte & Co-Working Spaces

Ich hab euch diesmal eine Checkliste zusammengestellt, damit ihr schauen könnt, ob auch etwas für euch an Unterkünften dabei ist.


Für den Anfang meines Aufenthaltes habe ich mich für die Onda Nova Villa in der Nähe von Peniche entschieden. Das Haus liegt in dem kleinen Dorf Sao Bernardino und man ist in 5 Minuten zu Fuß am Strand. Es gibt 3 Schlafzimmer, eine gemeinsame Küche und Wohnzimmer und sogar einen Kinoraum. Der Garten ist sehr idyllisch und man findet immer ein sonniges Plätzchen. Die Gastgeberin Alexia ist ein sehr herzliche Gastgeberin und man fühlt sich schnell zu Hause. Das Internet reicht fürs Home Office vollkommen aus.


Nach einer Woche hat es mich dann nach Ericeira verschlagen. Ericeira ist etwas quirliger als die Gegend um Peniche. Hier habe ich mich zunächst im Sandhi House einquartiert. Die Unterkunft war wunderschön und die Lage direkt am Wasser. Mein Ausblick hat so einige Kollegen neidisch gemacht :) Das Sandhi House bietet auch Massagen und Yogaklassen an und das Frühstück jeden Morgen war richtig lecker. Praktisch war hier auch, dass die Lounge gleichzeitig ein Co-Working Space ist. Ich hab dort wirklich super sympathische Leute kennenglernt und die Sandhi House Crew schafft eine tolle Wohlfühlatmosphäre. Und ein absolutes Highlight ist die kleine Dachterrasse, von der man wunderbare Sonnenauf- und -untergänge beobachten kann.



Da ich dann noch etwas spontan um eine Woche verlängert habe, bin ich dann noch einmal umgezogen. Diesmal ins FLH Reserva Ericeira, welches ebenso wie das Sandhi House mitten in der Stadt liegt. Das Reserva ist ein klassisches Hotel, modern eingerichtet und bietet einen guten Komfort. Frühstück ist auch inklusive und der Ausblick vom Balkon ist toll, aber hier hat mir der Charme etwas gefehlt.



Falls man generell Lust auch klassische Co-Working Spaces hat, so gibt es noch den Kelp Coworking Space. Auch hier trifft man coole Leute, hat einen Meeting Raum und eine Telefon Box zur Verfügung und man verbringt die Mittagspause zusammen mit seinen neuen remote Kollegen.



Vorzüge der Remote Work in Portugal

Ich kann hier natürlich nur für mich sprechen, aber mir haben die drei Wochen am Meer sehr viel gebracht, auch wenn ich ganz normal gearbeitet habe. Ich habe wesentlich effektiver gearbeitet, weil ich mich überraschenderweise nicht so ablenken lassen hab. Vielleicht war es auch, weil ich so schnell wie möglich raus in die Sonne und an den Strand wollte :)

Jeder Feierabend hat sich wie ein kleiner Urlaub angefühlt. Sobald der Laptop zu war, war mein Kopf aus und ich konnte komplett abschalten von der Arbeit. Das fiel mir vorher relativ schwer. So war ich jeden Morgen super erholt, wenn ich um 7 Uhr den Laptop wieder hochgefahren habe.

Darüber hinaus fand ich die Arbeit im Co-Working Space größtenteils sehr erfrischend, weil man mal wieder mit Leuten real gesprochen hat und die Pause zusammen verbracht hat. Nach 14 Monaten ausschließlich digital mit Kollegen interagieren, war das echt ein Game Changer.




Nachteile der Remote Work

Man sollte sich aber bewusst sein, dass der Lärmpegel in einem Co-Working Space doch erheblich höher ist. Das muss man einfach mögen. Ich hatte damit die meiste Zeit kein Problem, aber an manchen Tagen mit vielen Meetings war es dann doch schwierig.

Ach ja - und denkt an die 1h Zeitverschiebung bei den Meetings ;)



Und nach der Arbeit?

Ich hab mal wieder festgestellt, wie sehr ich einfach auf Portugal abgehe. Ich finde die Landschaft einfach umwerfend schön und ich liebe diese weißen Häuser mit ihren bunten Türen und Fliesen an den Wänden. An jeder Ecke habe ich etwas Inspirierendes entdeckt und habe tausend neue Ideen für Bilder und Fotos gesammelt. Selbst Orte, die ich eigentlich schon kannte, haben einfach immer wieder neue Glücksgefühle hervorgerufen. Ich liebe einfach die Strände von Sao Juliao and Foz Lizandro. Die Aussicht in Coxos und bei Pedra Branca sind auch einfach immer wieder schön. Und die Altstadt von Ericeira bietet auch beim 10. Spaziergang immer wieder neue charmante Ecken zum Entdecken, auch wenn alles ziemlich klein ist.



Die meiste Zeit ging es nach der Arbeit irgendwo an den Strand. Zwischendurch ein kleine Stop in einem Café oder Restaurant - die durften nämlich in Portugal bereits öffnen. Einfach spontan essen gehen habe ich unheimlich doll genossen. Ich hab auch mal eine Übersicht meiner kulinarischen Highlights erstellt :)




Meine zwei absoluten Höhepunkten waren aber Folgendes. Zum einen der Surfunterricht in der Happy Days Peniche Surf School. Der Surfunterricht bei Audrey und Luis war wirklich richtig gut und hat mir persönlich einen richtigen Motivationsschub gegeben. Ich bin wahrlich nicht das größte Surftalent und bin oft ziemlich ängstlich oder frustriert. Mit den beiden hat es einfach irre Spaß gemacht. Durch das Feedback nach jeder Welle habe ich sehr viel dazu lernen können und kann die beiden daher nur empfehlen.




Das zweit Highlight war ein kleiner spontaner Roadtrip am Wochenende - eigentlich kann man es eine Sonntagsspazierfahrt nennen :) Mit dem Auto ging es für uns zunächst Richtung Sintra. Die Gegend dort ist ein Naturreservat, extrem grün und durch die vielen Hügel bietet es einen atemberaubend schönen Blick nach fast jeder Kurve. Der Mix aus Grün, wunderschönen Häusern und Burgen und die Aussicht aufs Meer geben dieser Gegend ein besonderen Charme. Von dortaus sind wir nach Cabo da Roca gefahren, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Dort weist ein Leuchtturm den Seefahrern ihren Weg. Dieser selbst ist jetzt nicht spektakulär, sehr wohl aber der Ausblick auf die zerklüftete Küstenlinie. Einfach atemberaubend. Wer gut zu Fuß ist, sollte auch den Weg zum Praia da Ursa nicht scheuen. Das lohnt sich wirklich. Zwischendurch haben wir einen Stop im Cafe Ocidente eingelegt. Es mag unscheinbar wirken, aber der Fisch war extrem lecker und wird wirklich frisch jeden Morgen geliefert. Danach richtet sich dann auch die Karte. Weiter ging es von dort zum Praia do Guincho, um ein wenig zu chillen. Den Rückweg kann man dann entweder über dieselber Strecke wieder zurück nach Ericeira machen oder aber entlang der Küste. Hier kommt man dann an dem malerischen Küstenort Azenhas do Mar vorbei. Das Dorf ist in die Klippen hineingebaut und bietet unzählige schöne Fotomotive :)








Fazit

Sand an den Füßen, Salzwasser im Haar, ein paar Surfsessions, Vitamin D getankt, neue Leute kennengelernt, gut gegessen und neue Energie getankt. Die drei Wochen war wunderschön und taten mir extrem gut. Gelernt habe ich, dass ich auch zu Hause die Natur vor der Haustür mehr nutzen sollte. Was ich in Portugal genossen habe, sollte ich teilweise auch mit nach Berlin nehmen.


In dem Sinne:

Obrigada Portugal e eus gostaria de comprar um pastel de nata e um galao, por favor!

Und bis ganz bald!





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