OSTSEE - IMMER EINE GUTE IDEE

Aktualisiert: Sept 8

Corona beschäftigt uns alle nun schon seit über drei Monaten. Es ist Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Es ist Wahnsinn, an was man sich alles gewöhnt.

Wer hätte gedacht, dass es vollkommen normal wird, eine Maske zu tragen oder nicht einfach mal so ans Meer fahren zu dürfen. Und ich rede nicht vom Pazifik, sondern von der Ostsee. Einfach nur die Ostsee.


Seit ein paar Wochen geht das nun wieder, wenn auch nur mit Übernachtung, weil Tagesgäste nach wie vor nicht erwünscht sind. Seit drei Monaten habe ich quasi nur Berlin (und hier sehr intensiv Köpenick) und die Uckermark gesehen. Zwei wundertolle Orte, aber es wurde eben Zeit für Meer.

So auch für meine drei Kollegen und mich. Die drei waren noch nie an der Ostsee, was nicht verwunderlich ist, wenn man aus Frankreich oder Portugal kommt. Da gab es noch nicht so viele Gelegenheiten. Also stand auf dem Programm - Roam Germany.



Mit dem Auto ging es ab nach Warnemünde, wo wir uns mit meiner kleinen Schwester trafen - Möwen schauen, Fisch essen, den Wind durchs Haar wehen lassen, den Sand unter den Füßen spüren. Wie gut das tat. Wie anders das war im Vergleich zu drei Monaten Home Office. Die Sinne waren wieder vollkommen da, alle Lauscher aufgestellt. Alles aufsaugen. Kein Berlin. Kein Zalando. Keine Arbeit. Keine Wohnung. Einfach nur sein und genießen. Blödsinn reden.

Dann weiter nach Börgerende, ein kleines Dörfchen westlich von Warnemünde. Hier hatten wir das Glück, noch eine Ferienwohnung für das Wochenende zu ergattern. Wie schön das war. Noch schnell ein Handtuch geschnappt, 5 Minuten zum Strand laufen und tatsächlich in die eiskalte Ostsee springen. Das erste Mal dieses Jahr. Wie gut das tat. Einmal untertauchen. Wieder wach. Am Leben. Dickes Lachen im Gesicht. Zufrieden... und halb erfroren.

Flasch Wein auf. Flammkuchen in den Ofen. Noch eine Flasche Wein auf. Ach und die Flasche Gin auch. Karten spielen. Blödsinn reden.


Naja nächsten Tag waren wir dann nicht ganz so fit aber hey :) Ein kleiner Spaziergang durch den Gespensterwald von Nienhagen verschaffte hier wunderbare Abhilfe. Von dem kleinen Parkplatz aus liefen wir ca. 15 Minuten durch dichte Grün, bis sich so langsam mehr und mehr Licht durch die Äste arbeitete und wir auf einmal wieder am Meer standen. Wie die Bäume sich den Formen des Windes anschmiegten. Gespenstisch. Und wunderschön.


Aber hey - es gab ja immer noch den kleinen Kater auszukurieren. An den Strand legen, bisschen dösen. Fettigen Fisch und Pommes. Kaffee. Wasser. Bionade. Halbes Kilo Erdbeeren. Ja läuft wieder.


Fazit - ein bisschen Meer, ein bisschen Sand, ein bisschen Wein und Essen. Zack, da ist Corona ganz weit weg. Moin und danke.

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