HOCHSOMMER 2020 - ALLE ZEICHEN AUF ENTSCHLEUNIGUNG

Dass das Jahr 2020 ein wenig seltsam ist, brauch hier wohl nicht mehr erwähnt werden. Alles ist anders - und vor allem das Reisen ist anders, wenn es denn stattfinden kann. Eigentlich sollte mein Sommer mit einem zweimonatigen Sabbatical in Frankreich beginnen und danach waren noch so einige größere und kleinere Trips geplant. Mexiko war in der Überlegung, vielleicht lieber Thailand?


Doch am Ende fand nichts davon statt, weil so ein kleiner Virus das verhindert hat. Am Anfang war die Trauer bei mir groß. Doch irgendwann kam dann auch die Erkenntnis - es gibt wirklich Schlimmeres. Wirklich viel planen konnte man nicht, also wurde viel mehr in den Tag hineingelebt. Normalerweise ist mein Kalender auf Wochen im Voraus durchgeplant und ich empfand das auch als vollkommen in Ordnung so. In 2020 - da stand im Sommer fast gar nichts im Planer. Und ich hab es genossen zu meiner eigenen Überraschung.


Jedes Wochenende konnte man das machen, wonach einem ist. Keine festen Termine geplant, kein Freizeitstress. Die Seele baumeln lassen, die Zeit mit der Familie und Freunden genießen. Neue Sportarten ausprobieren. Viel lesen. Mal wieder mehr malen. Am See rumhängen. Alte Lieblingsorte in der Heimat neu entdecken. Manche Wochenende fühlten sich an wie früher, als man noch ein Kind war. Und das war wunderschön.


Aus dem Sommer 2020 werden mir zwei Wochenende besonders in Erinnerung bleiben. Das eine fand in der Uckermark statt. Es war brütend heiß, bis zu 38°C und pralle Sonne. Ich war an dem Wochenende auf keinem Rave im Park oder bei irgendeinem coolen Open Air und auch auf keinem Floß. Ich war einfach nur zu Hause, wir waren brunchen mit der Familie und dann einfach nur am See sitzen mit Freunden, grillen und Wein trinken. Ab und zu in den See hüpfen. Das wars. Es klingt so unspektakulär, aber es war so schön, dass ich lächeln muss während ich diese Zeilen schreibe. Die zwei Tage haben sich einfach wie ein Kurzurlaub angefühlt. Entschleunigung.


Das zweite besondere Wochenende war mit meinen Mädels in Breslau. Eine kleine Reunion, weil es ja immer schwierig ist, mal alle an einem Wochenende zusammenzubringen. Umso schöner war es, dass das wirklich geklappt hat. Da war es fast zweitrangig, wo es hinging. 7 Mädels zusammen in Polen. Wein trinken, quatschen, Mini Playback Show spielen, essen, eine kleine Bootsfahrt. Es waren so viele schöne Momente dabei.


Irgendwann wurde mir die Frage gestellt "Anne, was wirst du eigentlich über Breslau in deinem Blog schreiben? So viel gibt es hier ja nicht zu berichten." Und das ist auch absolut wahr. Breslau ist eine niedliche Stadt mit hübschen Straßen. Aber etwas spektakuläres gibt es nicht zu erzählen. Und irgendwann hab ich mir selbst die Frage gestellt - warum muss es auch immer spektakulär sein? Nein, muss es nicht. Das Besondere an diesem Wochenende waren wir 7 zusammen. Und "I am not a girl, not yet a Woman" von Britney Spears in Playback.



In diesem Sinne - Sommer 2020, du warst ein wenig anders aber dennoch liebenswürdig. Mal sehen, was der Herbst so bringt.

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